Ein gemeinsamer AKV-Status
Der Versicherungsweg muss nicht zwingend vom Berufsstatus abhängen. Arbeitnehmer, Selbstständige, Rentner und Beamte lassen sich grundsätzlich in eine gemeinsame Logik einordnen.
→ konzeptionell tragfähigGEDANKENEXPERIMENT · 09/10
Wir haben die Grundidee durch mehrere Ebenen des Systems verfolgt: Geldwege, Versorgungsauftrag, Verteilungswirkung und schwierige Einzelfälle. Jetzt halten wir fest, was bislang trägt – und was ausdrücklich noch nicht geklärt ist.
ZWISCHENBILANZ
Der Versicherungsweg muss nicht zwingend vom Berufsstatus abhängen. Arbeitnehmer, Selbstständige, Rentner und Beamte lassen sich grundsätzlich in eine gemeinsame Logik einordnen.
→ konzeptionell tragfähigEin gleicher Grundbetrag muss keine gleiche Belastung bedeuten. Der Eigenanteil kann über einen gleitenden staatlichen Zuschuss an wirtschaftliche Leistungsfähigkeit angepasst werden.
→ konkrete Kurve noch offenBehandlung und notwendige Versorgungsbereitschaft lassen sich als unterschiedliche Finanzierungsaufgaben denken. Bedarf und Erreichbarkeit können damit stärker sichtbar werden.
→ wichtiger GrundbausteinDie Größenordnung erscheint modellierbar. Damit ist aber weder die haushaltspolitische Tragfähigkeit noch die tatsächliche Verteilungswirkung nachgewiesen.
→ quantitative Prüfung nötigBeruflich verursachte Risiken können anders zugeordnet werden als die allgemeine Krankenversorgung. Kosten, Abgrenzung und Risikoausgleich zwischen Branchen sind noch offen.
→ Belastungstest fehltWir wollen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit berücksichtigen, aber keine allgemeine Vermögensprüfung schaffen. Für diesen Zielkonflikt gibt es bislang keine überzeugende Lösung.
→ Frage bleibt offenWAS DER TEST BISHER ZEIGT
AKV, staatlicher Versorgungsauftrag und Arbeitgeber-Rückversicherung können unterschiedliche Aufgaben sichtbar voneinander trennen.
Ob eine Regel trägt, zeigt sich nicht am Standardfall, sondern bei schwankendem Einkommen, Familien, Rentnern, Vermögen oder besonderen beruflichen Risiken.
Eine plausible Idee wird erst dann interessant, wenn wir auch ihre Nebenwirkungen verfolgen.
DAZUGELERNT · NEUE PRÜFFRAGE
Wenn an einer Stelle des Systems etwas verändert wird, können Wirkungen an ganz anderer Stelle entstehen. Mehr Arzneimittelausgaben können beispielsweise mit weniger Krankenhausbehandlungen verbunden sein. Weniger Ausgaben können umgekehrt Versorgung verschlechtern und später zusätzliche Kosten erzeugen.
Nicht nur: „Was sparen oder bezahlen wir hier?“ – sondern auch: „Was verändert sich dadurch dort?“
WAS NOCH NICHT BEHAUPTET WERDEN KANN
Wir haben weder eine endgültige Zuschusskurve noch eine vollständige Steuer- und Verteilungsrechnung. Auch Übergangsfragen, Rechtsfragen und die institutionelle Umsetzung sind noch nicht geprüft.
Die bisherige Arbeit rechtfertigt deshalb das Weiterdenken – nicht die Behauptung, die Lösung bereits gefunden zu haben.
WAS WIR DARAUS MITNEHMEN
Das Gedankenexperiment trägt bislang weit genug, um weiter geprüft zu werden. Sein Wert liegt aber ebenso darin, sichtbar zu machen, an welcher Stelle eine zunächst plausible Idee später scheitern könnte.