Die Idee

Vom konkreten Problem
zum großen Ganzen.

Politische und gesellschaftliche Fragen begegnen uns meist einzeln: ein Krankenhaus schreibt rote Zahlen, Pflegekräfte fehlen, Beiträge steigen, Wohnraum wird knapp oder Renten müssen finanziert werden.

Doch kaum eines dieser Probleme steht für sich allein.

Der Lernende Sozialstaat beginnt deshalb beim konkreten Fall – und fragt von dort weiter: Was hängt damit zusammen? Wer entscheidet? Wer finanziert? Welche Folgen entstehen an anderer Stelle?

Nicht mit dem System beginnen

Vom Kleinen ins große Ganze.

Wer den Sozialstaat verstehen will, kann mit Gesetzen, Institutionen und Finanzierungsströmen beginnen. Man kann aber auch andersherum fragen:

Was passiert eigentlich, wenn sich für einen Menschen, einen Ort oder eine Einrichtung etwas verändert?

Von dort aus lässt sich Schritt für Schritt sichtbar machen, welche Strukturen dahinterliegen und wie sie miteinander verbunden sind.

1
Verstehen
2
Zusammenhänge erkennen
3
Optionen prüfen
4
Folgen abschätzen
5
Entscheiden
6
Lernen

Der Kreislauf ist keine feste Methode. Er beschreibt die Denkbewegung des Projekts: vom einzelnen Befund zum größeren Zusammenhang – und von dort wieder zurück zu möglichen Folgen konkreter Entscheidungen.

Warum „lernend“?

Warum ein lernender Sozialstaat?

„Lernend“ bedeutet hier nicht, dass ein Computer den Sozialstaat steuern oder politische Entscheidungen übernehmen soll.

Gemeint ist etwas Einfacheres: Ein System sollte erkennen können, welche Wirkungen seine Entscheidungen tatsächlich haben, wo unerwartete Nebenwirkungen entstehen und wo Erfahrungen aus der Praxis Anlass geben, bestehende Lösungen noch einmal zu überprüfen.

1
Entscheiden
2
Beobachten
3
Wirkungen verstehen
4
Schlussfolgerungen ziehen
5
Weiterentwickeln

Ein lernender Sozialstaat wäre deshalb kein fertiges Reformmodell, sondern ein Sozialstaat, der seine eigenen Wirkungen besser sichtbar macht und aus ihnen lernen kann.

Was daraus entsteht

Zwei Wege, dieselbe Idee sichtbar zu machen.

Aus diesem Gedanken entwickeln sich derzeit zwei Werkzeuge:

Der Systematlas

zeigt das große Ganze: Bereiche, Akteure, Finanzierung, Leistungen, Auswirkungen und Rückkopplungen.

Zum Systematlas

Der Digitale Entscheidungskompass

geht den umgekehrten Weg: Er beginnt mit einer konkreten Entscheidung und versucht sichtbar zu machen, welche Zusammenhänge und möglichen Folgen daran hängen.

Zum Entscheidungskompass

Einordnung

Kein fertiges Modell.

Der Lernende Sozialstaat ist kein Parteiprogramm, kein wissenschaftliches Gesamtmodell und keine Maschine, die politische Entscheidungen treffen soll.

Er ist ein Versuch, Zusammenhänge so aufzubereiten, dass unterschiedliche Perspektiven nebeneinander sichtbar werden und Entscheidungen nachvollziehbarer diskutiert werden können.

Wie weit sich daraus tatsächlich ein brauchbares Werkzeug entwickeln lässt, soll sich gerade durch das Ausprobieren und Prüfen zeigen.