GEDANKENEXPERIMENT · 02/10

Eine AKV für alle

Im heutigen System hängt viel davon ab, ob jemand Arbeitnehmer, Selbstständiger, Beamter, Rentner, familienversichert oder privat versichert ist.

Für das Gedankenexperiment drehen wir diese Logik um: Nicht der berufliche Status entscheidet über den Zugang zur Krankenversicherung. Jeder Mensch gehört zur Allgemeinen Krankenversicherung – AKV.

SECHS GRUNDANNAHMEN

01Jeder Mensch hat einen eigenen AKV-Status.Keine Familienversicherung, keine Trennung in gesetzlich und privat Versicherte.
02Für jeden gilt derselbe Sockelbetrag.Der Preis des grundlegenden AKV-Schutzes ist zunächst für alle gleich.
03Nicht jeder trägt den Sockelbetrag vollständig selbst.Wer wirtschaftlich nicht ausreichend leistungsfähig ist, erhält einen staatlichen Zuschuss.
04Kinder gehören eigenständig zur AKV.Ihr Sockelbetrag wird im bisherigen Arbeitsmodell vom Staat finanziert.
05Arbeitgeber finanzieren nicht mehr die individuelle Krankenversicherung.Beruflich verursachte Gesundheitsrisiken werden über eine Arbeitgeber-Rückversicherung abgesichert.
06Der Staat übernimmt eine eigene Aufgabe.Er finanziert notwendige Versorgungsbereitschaft, die aus seinem Versorgungsauftrag entsteht.

WAS SICH DAMIT VERÄNDERT

HEUTE

Berufsstatus bestimmt Versicherungsweg

GKV und PKV nebeneinander

Familienversicherung

individueller Arbeitgeber-KV-Anteil

Beamtenbeihilfe als Sonderweg

GEDANKENEXPERIMENT

ein gemeinsamer AKV-Status

ein Sockelbetrag

individuelle soziale Zuschüsse

Arbeitgeber-Rückversicherung

allgemeine Beihilfe statt Berufsprivileg

Gleicher AKV-Status bedeutet nicht gleiche finanzielle Belastung.
Wie viel ein Mensch vom Sockelbetrag selbst trägt, richtet sich im Modell nach seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

WAS WIR DAMIT PRÜFEN

Was passiert im gesamten System, wenn der Krankenversicherungsschutz nicht länger an Berufsstatus und bisherige Versicherungswege gekoppelt ist?