SYSTEMATLAS · GESUNDHEIT

REFORMATLAS GESUNDHEIT

Wie sich unser Gesundheitswesen verändert hat

Unser Gesundheitswesen ist über viele Jahrzehnte entstanden und immer wieder verändert worden. Reformen sollten konkrete Probleme lösen, Versorgung verbessern oder auf neue Entwicklungen reagieren.

Der Reformatlas zeigt deshalb nicht einfach eine lange Liste von Gesetzen. Wir schauen darauf, welches Problem eine Reform lösen sollte, was sich dadurch verändert hat – und welche Fragen danach noch offen waren oder neu entstanden sind.

REFORM-CHECK

Was schauen wir uns bei einer Reform an?

Bei jeder Reform stellen wir dieselben einfachen Fragen. So können wir Veränderungen über viele Jahre miteinander vergleichen.

Was war das Problem?→Was sollte besser werden?→Was wurde verändert?→Was hat sich tatsächlich verändert?→Was bedeutete das für die Menschen?→Welche neue Frage entstand?
Den Reform-Check genauer ansehen
BEDARF

Welche Versorgung brauchen Menschen – und wie wird dieser Bedarf erkannt?

STRUKTUR

Wer erbringt die Versorgung, wo und in welcher Form?

FINANZIERUNG

Wer bezahlt – und welche Regeln oder Anreize entstehen dadurch?

MENSCH & HANDLUNGSSPIELRAUM

Was verändert sich bei Zugang, Orientierung, eigener Wahl und Mitwirkung?

VERANTWORTUNG & ENTSCHEIDUNG

Wer durfte vorher entscheiden – und wer entscheidet nach der Reform?

VERÄNDERUNGEN ÜBER VIELE JAHRE

Wie verfolgen wir, was aus einer Reform wird?

Eine Reform beendet ein Thema nicht immer. Manchmal bleibt ein Problem bestehen. Manchmal verschiebt es sich. Und manchmal wird erst durch eine Veränderung sichtbar, was als Nächstes getan werden muss.

REFORMSCHRITT

Eine Reform verändert etwas am Gesundheitssystem.

REFORMSCHLEIFE

Ein Thema wird später erneut aufgegriffen – weil etwas offen blieb, sich verschoben hat oder eine neue Frage sichtbar wurde.

LERNSCHRITT

Wir schauen, was durch die bisherige Entwicklung klarer geworden ist und welche nächste Frage daraus entsteht.

Eine neue Reform bedeutet nicht automatisch, dass die vorherige gescheitert ist. Manchmal wird erst durch eine Veränderung sichtbar, was als Nächstes verändert werden muss.

VERANTWORTUNG & ENTSCHEIDUNG

Wer entscheidet eigentlich über Veränderungen?

Eine Reform verändert nicht nur Leistungen, Geld oder Strukturen. Sie kann auch verändern, wer entscheiden darf und wer eine Entscheidung anschließend umsetzt.

Darum prüfen wir künftig bei jeder Reform zusätzlich: Wer setzt den Rahmen? Wer entscheidet über Einzelheiten? Wer setzt sie vor Ort um?

Wer entscheidet was? →

RADARFUND · 25.09.2026 · VERANTWORTUNG & VERFAHREN

Eine Reform kann Kosten verschieben, bevor sie Kosten spart.

Die Bundesratsbefassung mit dem GeDIG erinnert an einen wichtigen Reform-Check: Digitalisierung kann neue Aufgaben und Kosten auslösen. Diese müssen nicht dort entstehen, wo die Reform beschlossen wurde.

WER BESCHLIESST?→WER SETZT UM?→WER HAT MEHR ARBEIT?→WER TRÄGT DIE KOSTEN?

Für den Reformatlas heißt das: Nicht nur den erwarteten Nutzen einer Reform betrachten, sondern auch neue Aufgaben, Folgekosten und mögliche Kostenverschiebungen zwischen Bund, Ländern, Selbstverwaltung und Versorgungspraxis.

Zum Prüfpunkt bei Digitalisierung und ePA →

WER WAR WANN VERANTWORTLICH?

Bundesgesundheitsministerinnen und Bundesgesundheitsminister seit 1961

Diese Übersicht ordnet keine Reform einer Person zu. Sie zeigt nur, wer das zuständige Bundesressort zu welchem Zeitpunkt leitete. So kann jeder selbst nachsehen, in welche Amtszeit ein Reformschritt fällt.

Die Amtszeiten ansehen
1961–1966Elisabeth Schwarzhaupt · CDU
1966–1972Käte Strobel · SPD
1972–1976Katharina Focke · SPD
1976–1982Antje Huber · SPD
1982Anke Fuchs · SPD
1982–1985Heiner Geißler · CDU
1985–1988Rita Süssmuth · CDU
1988–1991Ursula Lehr · CDU
1991–1992Gerda Hasselfeldt · CSU
1992–1998Horst Seehofer · CSU
1998–2001Andrea Fischer · Bündnis 90/Die Grünen
2001–2009Ulla Schmidt · SPD
2009–2011Philipp Rösler · FDP
2011–2013Daniel Bahr · FDP
2013–2018Hermann Gröhe · CDU
2018–2021Jens Spahn · CDU
2021–2025Karl Lauterbach · SPD
2025–29.07.2026Nina Warken · CDU
seit 29.07.2026Carsten Linnemann · CDU

Hinweis: Das eigenständige Bundesgesundheitsressort entstand 1961; Name und Zuschnitt des Ministeriums haben sich im Lauf der Jahrzehnte mehrfach verändert.

DIE PROBLEMSPUREN

Welche wiederkehrenden Probleme schauen wir uns an?

Wir folgen nicht zuerst einzelnen Gesetzen. Wir verfolgen Probleme und Fragen, die das Gesundheitswesen über viele Jahre immer wieder beschäftigen.