SYSTEMATLAS · GESUNDHEIT · DIGITALISIERUNG

ePA · PERSPEKTIVEN

ePA · SYSTEMISCH

Das Ausgangsproblem

Gesundheitsinformationen liegen an vielen Stellen. Beim Wechsel zwischen Praxen, Kliniken und anderen Einrichtungen können wichtige Befunde fehlen oder verspätet ankommen. Genau dieses Problem sollte die ePA angehen: Behandlungsrelevante Informationen sollen rechtzeitig verfügbar sein – und auch die Patientinnen und Patienten sollen Zugang dazu haben.

Wurde das Problem durch die ePA gelöst?
DEUTLICHE HINWEISEInformationen können schneller und umfassender verfügbar sein.
KONKRETER PROZESSNUTZENMedikationsrisiken können besser erkannt werden.
NOCH NICHT QUANTIFIZIERTWie viele Doppeluntersuchungen die deutsche ePA tatsächlich vermeidet.
OFFENWirtschaftlicher Nettonutzen und klinische Gesamtwirkung.
Zwischenbefund
ZWISCHENBEFUNDDas ursprüngliche Ziel bleibt aktuell: Relevante Gesundheitsinformationen sollen dort verfügbar sein, wo sie für die Behandlung gebraucht werden – und auch dem Patienten selbst zugänglich sein. Die ePA trägt dazu bereits bei. Ob die heutige ePA dafür die beste, einfachste und wirtschaftlichste Lösung ist, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen.
Was könnte besser sein?

Stellen wir uns vor, wir könnten 2026 noch einmal von vorn beginnen. Dann würden wir nicht zuerst entscheiden, welche elektronische Akte wir bauen. Unsere erste Frage wäre: Wie kommt eine wichtige Gesundheitsinformation zuverlässig dorthin, wo sie bei der nächsten Behandlung gebraucht wird – und gleichzeitig zu dem Menschen, den sie betrifft?

Dafür müssten wir den gesamten Weg eines Befunds betrachten: Wer erstellt ihn? Wer muss ihn später finden können? Wie erfährt die nächste Praxis oder Klinik rechtzeitig davon? Und was passiert, wenn jemand keinen eigenen digitalen Zugang hat?

Aus diesen Fragen ergeben sich vier unterschiedliche Ansätze. Die Übersicht ist ein Gedankenexperiment, keine Rangliste. Jeder Ansatz löst einen Teil des Problems und bringt eigene Anforderungen mit sich:

AInstitutioneller Austausch

Praxen und Kliniken übermitteln benötigte Informationen direkt aneinander. Zu klären wäre, wie der Austausch auch bei unbekannten nächsten Behandlern und über Einrichtungsgrenzen hinweg zuverlässig funktioniert.

BHeutige ePA

Befunde werden zusätzlich in einer gemeinsamen, patientenbezogenen Akte bereitgestellt. Entscheidend ist, ob sie vollständig, rechtzeitig und im Behandlungsalltag tatsächlich auffindbar sind.

CPatientengeführt

Menschen erhalten ihre Gesundheitsinformationen und geben sie bei Bedarf selbst weiter. Das stärkt ihre Verfügungsmöglichkeit, setzt aber geeignete Zugänge voraus und darf Menschen ohne digitale Möglichkeiten nicht benachteiligen.

DHybridmodell

Ein Befund wird für die weitere Behandlung zuverlässig übermittelt und zugleich der Patientin oder dem Patienten zugänglich gemacht. Zu prüfen wären Zuständigkeiten, Datenschutz, technische Schnittstellen und zusätzlicher Aufwand.

Unsere eigentliche Prüfidee: Nicht die Akte allein ist der Maßstab, sondern der Weg der Information. Erst wenn wir wissen, welche Abläufe für Behandelnde und Versicherte funktionieren, können wir beurteilen, welche Architektur dafür geeignet ist – und welche Kosten und zusätzlichen Aufgaben sie erzeugt.

Wirkungsprüfung

NOCH NICHT ZU ENDE GELERNT

Das Forschungsprojekt ePA4all untersucht über mehrere Jahre die Nutzung der ePA im Versorgungsalltag, Hürden und Erfolgsfaktoren. Neue belastbare Ergebnisse gehören deshalb später wieder in diese Perspektive.