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ePA · PERSPEKTIVEN

ePA · FINANZIELL

Was kostet die ePA – wer bezahlt –
und was bringt sie?

Wir trennen nachweisbare Ausgaben, unterschiedliche Kostenträger und bisher noch nicht ausreichend belegte Wirkungen.

Die ePA gehört zu einer größeren digitalen Infrastruktur. Für eine nachvollziehbare Rechnung müssen wir ePA, Telematikinfrastruktur (TI) und gematik unterscheiden.

Wer bezahlt die ePA und ihre Infrastruktur?

Der Geldweg

Wesentliche Kosten werden aus Mitteln des Krankenversicherungssystems getragen. Dazu zählen Ausgaben der Krankenkassen für die ePA sowie weitere Ausgaben für die gemeinsame digitale Infrastruktur.

Eine wichtige Unterscheidung

Der Bund hält 51 % der Anteile an der gematik. Nach Angaben der gematik wird diese jedoch zu 93 % vom GKV-Spitzenverband und zu 7 % vom PKV-Verband finanziert. Eigentum und laufende Finanzierung sind also nicht dasselbe.

Nicht alles ist dasselbe Konto

ePA, Telematikinfrastruktur und gematik hängen zusammen. Ihre ausgewiesenen Ausgaben dürfen dennoch nicht pauschal addiert und als „Kosten der ePA“ bezeichnet werden.

Was kostet die ePA nach den ausgewiesenen Zahlen?

Das ePA-Rechnungskonto

Für 2024 sind auf dem ePA-Rechnungskonto der GKV 236,8 Mio. € ausgewiesen, für 2025 weitere 236,3 Mio. €. Zusammen sind das rund 473 Mio. € in zwei Jahren – bezogen auf dieses eine Rechnungskonto.

Was diese Zahl nicht enthält

Für 2025 summieren sich mehrere ausgewiesene GKV-Konten für eGK, TI, gematik, ePA und kasseneigene TI auf rund 1,16 Mrd. €. Das sind Ausgaben verschiedener, teilweise miteinander verbundener Bereiche – nicht allein die Kosten der ePA.

Wie haben sich die Ausgaben entwickelt?

Der zeitliche Verlauf

2005 wurde die gematik gegründet. Für 2005 bis 2017 sind rund 606 Mio. € GKV-Finanzierung der gematik dokumentiert. Seit 2021 ist die ePA als eigener Rechnungsposten sichtbar. Auf diesem ePA-Konto wurden 2024 und 2025 jeweils rund 237 Mio. € ausgewiesen.

Warum wir nicht einfach addieren

Die historischen Beträge beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume und Aufgaben. Eine Gesamtsumme wäre ohne einheitliche Abgrenzung irreführend. Auch 2026 wird die Infrastruktur weiterentwickelt; die Kosten- und Wirkungsbilanz bleibt deshalb eine laufende Prüfung.

Welche Einsparungen und welcher Nutzen sind belegt?

Das ursprüngliche Versprechen

Ein wichtiges Argument war und ist, unnötige Doppeluntersuchungen durch besser verfügbare Informationen zu vermeiden. Das ist als Wirkmechanismus nachvollziehbar; wie viel dadurch in Deutschland tatsächlich eingespart wird, lässt sich aus den hier vorliegenden Angaben nicht belastbar beziffern.

Nutzen ist nicht nur Geld

Die Verfügbarkeit von Befunden und Informationen sowie die Medikationssicherheit sind ebenfalls wichtige mögliche Wirkungen. Solche Verbesserungen dürfen nicht automatisch als nachgewiesene finanzielle Einsparung verbucht werden.

Was zeigt unsere finanzielle Zwischenbilanz?

Nachvollziehbar

Einzelne ausgewiesene Ausgaben der ePA können wir benennen. Wir können auch zeigen, warum verschiedene Infrastrukturkosten voneinander zu trennen sind.

Noch offen

Eine belastbare Gesamtrechnung, die zurechenbare Kosten und nachgewiesenen wirtschaftlichen Nutzen gegenüberstellt, liegt in dieser Prüfung noch nicht vor. Genau diese Lücke bleibt unsere offene L.S.-Frage.