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ePA · PERSPEKTIVEN

ePA · FINANZIELL

Was kostet die ePA – wer bezahlt – und was bringt sie?

Kosten und Nutzen gehören in dieselbe Betrachtung. Dabei müssen ePA, TI und gematik sauber auseinandergehalten werden.

Kosten kennen ist nicht dasselbe wie Kosten-Nutzen kennen.

Die ePA gehört zu einer größeren digitalen Infrastruktur. Deshalb müssen ePA, Telematikinfrastruktur und gematik finanziell sauber auseinandergehalten werden. Eine große Gesamtsumme wäre zwar eingängig – aber methodisch falsch.

ZURECHENBARFür 2024 und 2025 weist das ePA-Rechnungskonto der GKV zusammen rund 473 Mio. € aus.
ABGRENZENTI- und gematik-Kosten dürfen nicht pauschal als „Kosten der ePA“ addiert werden.
OFFENEine belastbare Gesamtrechnung aus zurechenbaren Kosten und nachgewiesenem wirtschaftlichem Nutzen fehlt bislang.

Wer bezahlt?

GKV-BeitragsmittelKrankenkassenePA / TITechnik & Betrieb

Wesentliche Kosten der ePA und ihrer Infrastruktur werden im System der gesetzlichen Krankenversicherung getragen. Obwohl der Bund 51 % der gematik hält, wird die Gesellschaft nach eigenen Angaben zu 93 % vom GKV-Spitzenverband und zu 7 % vom PKV-Verband finanziert.

Wichtig für die Geldspur: Die Finanzierung der gematik, der Telematikinfrastruktur und der ePA sind miteinander verbunden, aber nicht identisch. Deshalb dürfen die Beträge nicht pauschal zu „Kosten der ePA“ addiert werden.

Was lässt sich tatsächlich nachvollziehen?

ePA-Rechnungskonto GKV · 2024236,8 Mio. €

ausgewiesene Ausgaben für die elektronische Patientenakte.

ePA-Rechnungskonto GKV · 2025236,3 Mio. €

ausgewiesene Ausgaben für die elektronische Patientenakte.

Zusammen rund 473 Mio. € in zwei Jahren – auf diesem einen ePA-Ausgabenkonto.

Für 2025 summieren sich mehrere ausgewiesene GKV-Konten für eGK, TI, gematik, ePA und kasseneigene TI auf rund 1,16 Mrd. €. Diese 1,16 Mrd. € sind nicht „die Kosten der ePA“.

Eine lange Entwicklung

2005gematik gegründet
2005–2017rund 606 Mio. € GKV-Finanzierung der gematik
2021ePA als eigener Rechnungsposten sichtbar
2024/25je rund 237 Mio. € auf dem ePA-Konto
2026Infrastruktur wird weiterentwickelt

Historische Beträge haben unterschiedliche Abgrenzungen. Sie dürfen deshalb nicht einfach addiert und anschließend als „Kosten der ePA“ bezeichnet werden.

Und was sollte eingespart werden?

Zu den frühen Nutzenargumenten gehörte die Vermeidung unnötiger Doppeluntersuchungen. Unsere historische Prüfung zeigt: Die Wirklogik ist plausibel, der konkrete deutsche Einsparbeitrag wurde aber weder damals noch heute belastbar quantifiziert. Deutlichere Nutzenhinweise gibt es inzwischen bei Informationsverfügbarkeit und Medikationssicherheit.

ZWISCHENBILANZWir können einzelne Kosten der ePA nachvollziehen. Ob ihnen bereits ein belastbar messbarer wirtschaftlicher Nutzen in entsprechender Größenordnung gegenübersteht, ist noch offen.