Telefonisch, online oder direkt in einer Praxis. Ist dort nichts frei oder werden keine neuen Patienten aufgenommen, beginnt die Suche von vorn.
SYSTEMATLAS
SYSTEMATLAS · GESUNDHEIT · FACHÄRZTLICHE VERSORGUNG
Wenn mein Hausarzt allein nicht weiterkommt.
Wie komme ich zum Facharzt – und wer sorgt dafür, dass anschließend alle Beteiligten wissen, was herausgekommen ist?
VOM MENSCHEN AUS GEDACHT
Mein Weg durch die fachärztliche Versorgung
Der Weg wirkt einfach. In der Praxis entstehen aber mehrere Schnittstellen: beim Zugang, bei der Terminvermittlung, beim Informationsaustausch und bei der Frage, wer am Ende den Überblick behält.
FRAGEN AUS PATIENTENSICHT
Was passiert auf diesem Weg?
01Brauche ich eine Überweisung?
Zu vielen Fachärztinnen und Fachärzten können gesetzlich Versicherte grundsätzlich direkt gehen. Für bestimmte Fachrichtungen, Untersuchungen und besondere Versorgungsformen ist eine Überweisung erforderlich.
Auch wer an der hausarztzentrierten Versorgung teilnimmt, hat besondere Regeln für den Weg zum Facharzt.
Kurz gesagt: Zum Facharzt führt nicht nur ein Weg. Der Zugang hängt auch davon ab, welche Leistung gebraucht wird und in welcher Versorgungsform ich mich befinde.
02Wie komme ich an einen Termin?
Hausärzte können bei medizinisch notwendiger fachärztlicher Weiterbehandlung einen Termin direkt vermitteln.
Für viele dringliche Facharzttermine braucht es eine Überweisung mit Vermittlungscode. Für Augen- und Frauenärzte ist der Terminservice auch ohne Vermittlungscode nutzbar.
Über den bundesweiten Patientenservice werden auch Arzt- und Psychotherapeutentermine vermittelt – telefonisch, online und per App.
Die Terminservicestellen der 116117 vermitteln weiterhin Arzt- und Psychotherapeutentermine. Zum 1. Januar 2027 entfallen jedoch Zuschläge und besondere Vergütungsregeln, die mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz als Anreiz für zusätzliche und schnell vermittelte Termine eingeführt worden waren. Auch die Vermittlungspauschale für Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte wird gestrichen.
Wie funktioniert der Vermittlungscode?
Der Code wird von der überweisenden Praxis erzeugt und kennzeichnet einen berechtigten Vermittlungswunsch. Er wird für viele fachärztliche Terminvermittlungen über die 116117 benötigt. Er ist kein allgemeiner „Schnelltermin-Gutschein“, sondern gehört zu einem medizinisch begründeten Vermittlungsweg.
Quellen: KBV · Terminvermittlung · KBV · Patientenservice 116117 · KBV · EBM-Anpassungen zum 1. Januar 2027, 27.08.2026
03Und wenn es nicht dringend ist?
Eine Vorsorgeuntersuchung. Eine fachärztliche Abklärung. Eine Nachkontrolle. Beschwerden, die untersucht werden sollten – aber kein dringender Fall sind.
Dann zeigt sich eine andere Seite des Zugangs: Gibt es in erreichbarer Nähe eine passende Praxis? Hat sie freie Termine? Nimmt sie neue Patientinnen und Patienten auf?
Wichtig: Ein Terminproblem ist nicht automatisch ein Ärztemangel. Zugang, regionale Verteilung, verfügbare Kapazitäten und Vermittlungswege müssen getrennt betrachtet werden.
04Was weiß der Facharzt schon über mich?
Je nach Versorgungsweg können Überweisung, Vorbefunde, Laborwerte, Medikamentenplan, Arztbriefe, Bilddaten oder Informationen aus der ePA eine Rolle spielen.
Entscheidend ist nicht nur, ob eine Information irgendwo gespeichert ist. Sie muss dort verfügbar sein, wo sie für Diagnostik und Behandlung gebraucht wird – und sie muss in den Arbeitsablauf passen.
05Was passiert, wenn mehrere Spezialisten beteiligt sind?
Mit jeder zusätzlichen Station wächst die Spezialisierung – aber auch die Zahl der Übergänge.
DIE SYSTEMFRAGE
Wer kennt am Ende eigentlich die ganze Geschichte?
Die einzelne fachärztliche Leistung kann medizinisch hoch spezialisiert sein. Gleichzeitig muss aus Untersuchungen, Befunden und Behandlungen verschiedener Stellen wieder ein zusammenhängender Versorgungsweg für den Menschen werden.
06Geht es auch stärker gemeinsam?
Medizinische Versorgungszentren können mehrere Ärztinnen und Ärzte zusammenführen und fachübergreifend arbeiten. Sie müssen aber nicht fachübergreifend organisiert sein.
Bei bestimmten komplexen oder schwer therapierbaren Erkrankungen ist die ambulante spezialfachärztliche Versorgung ausdrücklich auf interdisziplinäre Zusammenarbeit angelegt.
Der Systematlas setzt hier kein Heilsversprechen. Er hält fest: Das Gesundheitswesen kennt organisierte Formen interdisziplinärer Versorgung bereits – aber nicht jeder Patient und nicht jede Erkrankung wird auf diese Weise versorgt.
Quellen: BMG · Medizinische Versorgungszentren · BMG · Ambulante spezialfachärztliche Versorgung
07Was bedeutet das für mich?
WIRKUNGSFRAGE
Bekomme ich die fachärztliche Versorgung, die ich brauche – zum richtigen Zeitpunkt und so koordiniert, dass aus vielen einzelnen Leistungen eine Behandlung für mich wird?
QUERVERBINDUNGEN
Facharztversorgung steht nicht für sich allein.
ZWEI FRAGEN – NICHT DASSELBE
Haben wir genügend fachärztliche Versorgung?
Ist die vorhandene fachärztliche Versorgung für den Menschen auch zugänglich und miteinander verbunden?