SYSTEMATLAS

B04.D.01

01 · MEINE DATEN

Was weiß das digitale Gesundheitssystem über mich?

Beim Arzt entstehen Befunde und Diagnosen. In der Apotheke wird ein Rezept eingelöst. Das Krankenhaus schreibt einen Entlassbrief. Die Krankenkasse kennt abgerechnete Leistungen. Eine Gesundheits-App kann weitere Daten erzeugen.

Aber liegen all diese Informationen an einem Ort? Und wer kann sie sehen?

FRAGEN & ANTWORTEN

Wo möchtest du genauer hinschauen?

Antwort direkt öffnen. Die jeweils zuvor geöffnete Frage schließt automatisch.

01Wo entstehen meine Gesundheitsdaten?

Gesundheitsdaten entstehen an vielen Stellen – und nicht automatisch in einem gemeinsamen System.

ARZTPRAXIS

Diagnosen · Befunde · Laborwerte · Arztbriefe

KRANKENHAUS

Behandlung · Untersuchungen · Entlassbrief

APOTHEKE

E-Rezept · abgegebene Medikamente

KRANKENKASSE

Abrechnungsdaten · Leistungsdaten

DIGITALE ANWENDUNGEN

z. B. DiGA · Telemedizin · Gesundheits-Apps

Digital gespeichert heißt noch nicht: überall verfügbar.

Gesundheitsdaten entstehen weiterhin in unterschiedlichen Systemen und für unterschiedliche Zwecke.

02Was davon landet in meiner ePA?

Die elektronische Patientenakte soll Informationen zusammenbringen.

Die ePA ist keine vollständige Kopie aller Daten, die irgendwo im Gesundheitswesen über einen Menschen gespeichert sind. Sie soll medizinisch relevante Informationen für die Behandlung an einem gemeinsamen digitalen Ort verfügbar machen.

WAS KOMMT HINEIN?

Unter anderem Befundberichte, Arztbriefe und weitere gesetzlich vorgesehene Daten aus der Behandlung. Versicherte können außerdem selbst Dokumente einstellen.

WAS KOMMT AUTOMATISCH?

Die elektronische Medikationsliste wird aus E-Rezept-Daten befüllt. Auch Abrechnungsdaten der Krankenkasse werden eingestellt.

WER KANN DARAUF ZUGREIFEN?

Versicherte selbst sowie berechtigte Leistungserbringer im Behandlungs- oder Versorgungskontext – soweit kein Widerspruch oder eine Zugriffsbeschränkung besteht.

Die ePA genau ansehen
03Was passiert mit meinen Medikamentendaten?

Mein Arzt verschreibt mir ein Medikament.

ARZTstellt E-Rezept aus
→
APOTHEKEgibt Medikament ab
→
ELEKTRONISCHE MEDIKATIONSLISTEerfasst verschriebene und eingelöste E-Rezepte
→
BEHANDELNDEkönnen bei vorhandenem Zugriff wichtige Medikationsinformationen berücksichtigen
Entscheidend ist nicht nur, dass die Information gespeichert wurde.

Entscheidend ist, ob sie dort verfügbar ist, wo sie für eine Behandlung gebraucht wird.

04Was passiert nach einem virtuellen Arztbesuch?

Eine Videosprechstunde kann den Arztkontakt räumlich von einer Praxis lösen. Aber was geschieht anschließend mit der Information über diese Behandlung?

ICH BIN KRANK
→
VIDEOSPRECHSTUNDE
→
VIRTUELLER ARZTBESUCH
→
ggf. E-REZEPT / eAU
→
BEHANDLUNGSINFORMATION ENTSTEHT
→
?
→
MEIN HAUSARZT
DIE ENTSCHEIDENDE FRAGE

Weiß mein Hausarzt davon?

Liegt der Behandlungsbericht automatisch in meiner ePA?
Muss ich ihn selbst weiterleiten?
Kann mein Hausarzt ihn anderweitig digital erhalten?
Was passiert, wenn ich nichts tue?

Noch offen: Der konkrete Informationsweg zwischen einem Telemedizin-Anbieter, der ePA und dem Hausarzt wird für diesen Praxistest gesondert geprüft.

05Wann ist eine digitale Information wirklich verfügbar?
DIGITAL ERZEUGT≠DIGITAL GESPEICHERT≠FÜR ANDERE VERFÜGBAR≠BEI DER BEHANDLUNG GENUTZT

Erst wenn diese Schritte zusammenspielen, entsteht aus vielen digitalen Daten ein digital unterstütztes Versorgungssystem.

06Wer kann meine Gesundheitsdaten sehen?
ICH

kann meine ePA und dort vorhandene Informationen einsehen und verwalten.

MEINE BEHANDLER

können im vorgesehenen Behandlungs- oder Versorgungskontext auf zugängliche Informationen zugreifen.

MEINE KRANKENKASSE

hat eigene Versicherungs- und Abrechnungsdaten. Die Inhalte der ePA kann die Krankenkasse nicht einfach einsehen.

FORSCHUNG

kann Gesundheitsdaten unter gesetzlich geregelten Voraussetzungen für vorgesehene Zwecke nutzen; Versicherte haben Widerspruchsmöglichkeiten.

Wer darf was? Im ePA-Zoom genauer ansehen →
07Viele Daten – aber schon ein Informationssystem?

Im Gesundheitswesen werden längst große Mengen digitaler Daten erzeugt. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht mehr nur, ob Daten digital vorliegen.

NICHT NUR„Sind die Daten digital?“
SONDERN„Sind die richtigen Informationen zur richtigen Zeit beim richtigen Menschen?“