Wie geht es Zähnen, Mundschleimhaut und Zahnersatz?
Unterstützung · Pflege · aufsuchende Versorgung
Wenn wieder andere für meine Zähne sorgen.
Vielleicht kann ich meine Zähne nicht mehr richtig putzen. Vielleicht vergesse ich es. Vielleicht kann ich die Zahnarztpraxis nicht mehr allein erreichen.
Dann verändert sich nicht nur meine Zahngesundheit. Es verändert sich, wer Verantwortung dafür übernehmen kann.
WO BIN ICH IM LEBENSBOGEN?
DER LEBENSBOGEN SCHLIESST SICH
Verantwortung verändert sich.
Andere kümmern sich um mich.↕Ich brauche Hilfe
Andere kümmern sich wieder um mich.
WER SIND „DIE ANDEREN“?
Menschen – und erst dann das System.
Das Gesundheitssystem kann besondere Leistungen bereitstellen. Die tägliche Mundpflege findet aber meistens nicht im Gesundheitssystem statt.
BESONDERE HILFE
Das System erkennt: Eigenverantwortung hat Grenzen.
Menschen mit einem Pflegegrad sowie bestimmte Menschen mit Behinderungen haben Anspruch auf zusätzliche Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen.
Was muss bei täglicher Mund- und Prothesenpflege beachtet werden?
Was kann ich selbst – und wobei brauche ich Hilfe?
Zusätzliche präventive Entfernung im vorgesehenen Umfang.
Pflegekräfte und Angehörige können in Aufklärung und Planung einbezogen werden.
WENN ICH NICHT MEHR IN DIE PRAXIS KOMME
Dann kann sich der Versorgungsweg umdrehen.
Unter den entsprechenden Voraussetzungen kann zahnmedizinische Versorgung auch zu Hause, im Pflegeheim, in einer Wohngemeinschaft oder in bestimmten Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen stattfinden.
Wenn der Mensch die Versorgung nicht mehr erreichen kann, versucht die Versorgung den Menschen zu erreichen.
ABER NICHT ALLES GEHT VOR ORT
Ein Pflegezimmer ist keine Zahnarztpraxis.
Einfachere Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen, Prothesenanpassungen oder kleinere Behandlungen können vor Ort möglich sein. Für umfangreichere Diagnostik und Behandlung kann eine entsprechend ausgestattete Praxis oder Einrichtung notwendig werden.
IM PFLEGEHEIM
Der Zahnarzt kommt gelegentlich. Mundpflege ist täglich.
Pflegeheime können Kooperationsverträge mit Zahnärztinnen und Zahnärzten schließen. Bewohner können dabei regelmäßig untersucht und Zähne, Mundschleimhaut, Mundhygiene und Zahnersatz beurteilt werden.
Die zahnärztliche Versorgung kann die tägliche Mundpflege unterstützen – aber nicht ersetzen.
PRAXISFALL
Mein Vater kann seine Zähne nicht mehr selbst putzen.
Aus einer einfachen Tätigkeit – Zähneputzen – ist plötzlich eine Versorgungskette geworden.
ERFOLG → NEUE AUFGABE
Mehr eigene Zähne brauchen auch im hohen Alter Pflege.
Ein Erfolg jahrzehntelanger Prävention schafft damit eine neue Aufgabe.
DAZUGELERNT
Versorgung muss manchmal zum Menschen kommen.
Zahngesundheit hängt nicht nur davon ab, ob eine Leistung angeboten wird. Ein Mensch muss sie auch erreichen, nutzen und im Alltag umsetzen können.
Wenn das nicht mehr allein möglich ist, müssen andere Menschen und das Versorgungssystem Verantwortung mit übernehmen.
Leistung vorhanden ≠ Mensch erreichtTEILBILANZ
Was haben wir gelernt?
Besondere Bedürfnisse werden anerkannt.
Pflegebedürftige und bestimmte Menschen mit Behinderungen erhalten zusätzliche Präventionsleistungen.
Versorgung kann zum Menschen kommen.
Aufsuchende Zahnmedizin ermöglicht Betreuung auch außerhalb einer Praxis.
Pflege gehört zur Zahngesundheit.
Tägliche Mundpflege kann nicht durch gelegentliche Zahnarztbesuche ersetzt werden.
Nicht alles kann vor Ort behandelt werden.
Dann muss der Weg zu einer geeigneten Behandlung organisiert werden.
Und:
Ein erfolgreiches Gesundheitssystem bekommt manchmal gerade durch seinen Erfolg neue Aufgaben.
MEIN WEG DURCH DIE ZAHNGESUNDHEIT
Ein Leben lang verändert sich, was ich selbst tun kann – und was ich von anderen brauche.
Der Lebensbogen ist geschlossen. Jetzt können wir wieder auf das System schauen.
VertiefenWie der Sozialstaat dazugelernt hat · Wer entscheidet – wer bezahlt? · Erreicht mich die Versorgung?