05 · ICH KANN MICH NICHT MEHR ALLEIN KÜMMERN

Unterstützung · Pflege · aufsuchende Versorgung

Wenn wieder andere für meine Zähne sorgen.

Vielleicht kann ich meine Zähne nicht mehr richtig putzen. Vielleicht vergesse ich es. Vielleicht kann ich die Zahnarztpraxis nicht mehr allein erreichen.

Dann verändert sich nicht nur meine Zahngesundheit. Es verändert sich, wer Verantwortung dafür übernehmen kann.

Was passiert mit meinen Zähnen, wenn ich selbst nicht mehr für sie sorgen kann?

WO BIN ICH IM LEBENSBOGEN?

01Ich sorge vor
→
02Mein Zahn wird krank
→
03Mein Zahn fehlt
→
04Zähne / Kiefer stehen nicht richtig
→
05Ich kann mich nicht mehr allein kümmern

DER LEBENSBOGEN SCHLIESST SICH

Verantwortung verändert sich.

Ich putze selbst
↓
Jemand erinnert mich.
↓
Jemand hilft mir.
↓
Jemand übernimmt meine Mundpflege.
Mein erster Zahn
Andere kümmern sich um mich.
↕Ich brauche Hilfe
Andere kümmern sich wieder um mich.

WER SIND „DIE ANDEREN“?

Menschen – und erst dann das System.

Angehörigeambulante PflegekräftePflegepersonal im HeimZahnärztin / Zahnarzt

Das Gesundheitssystem kann besondere Leistungen bereitstellen. Die tägliche Mundpflege findet aber meistens nicht im Gesundheitssystem statt.

BESONDERE HILFE

Das System erkennt: Eigenverantwortung hat Grenzen.

Menschen mit einem Pflegegrad sowie bestimmte Menschen mit Behinderungen haben Anspruch auf zusätzliche Leistungen zur Verhütung von Zahnerkrankungen.

Mundgesundheitsstatus

Wie geht es Zähnen, Mundschleimhaut und Zahnersatz?

Mundgesundheitsplan

Was muss bei täglicher Mund- und Prothesenpflege beachtet werden?

Aufklärung

Was kann ich selbst – und wobei brauche ich Hilfe?

Harte Zahnbeläge

Zusätzliche präventive Entfernung im vorgesehenen Umfang.

Pflegekräfte und Angehörige können in Aufklärung und Planung einbezogen werden.

WENN ICH NICHT MEHR IN DIE PRAXIS KOMME

Dann kann sich der Versorgungsweg umdrehen.

NORMALERWEISEICH → ZAHNARZTPRAXIS
AUFSUCHENDE ZAHNMEDIZINZAHNARZT → ZU MIR

Unter den entsprechenden Voraussetzungen kann zahnmedizinische Versorgung auch zu Hause, im Pflegeheim, in einer Wohngemeinschaft oder in bestimmten Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen stattfinden.

Wenn der Mensch die Versorgung nicht mehr erreichen kann, versucht die Versorgung den Menschen zu erreichen.

ABER NICHT ALLES GEHT VOR ORT

Ein Pflegezimmer ist keine Zahnarztpraxis.

Einfachere Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen, Prothesenanpassungen oder kleinere Behandlungen können vor Ort möglich sein. Für umfangreichere Diagnostik und Behandlung kann eine entsprechend ausgestattete Praxis oder Einrichtung notwendig werden.

BEHANDLUNG NOTWENDIG↓Geht sie vor Ort?
JA → Behandlung vor OrtNEIN → Transport / geeignete Praxis

IM PFLEGEHEIM

Der Zahnarzt kommt gelegentlich. Mundpflege ist täglich.

Pflegeheime können Kooperationsverträge mit Zahnärztinnen und Zahnärzten schließen. Bewohner können dabei regelmäßig untersucht und Zähne, Mundschleimhaut, Mundhygiene und Zahnersatz beurteilt werden.

ZAHNÄRZTLICHE BETREUUNGregelmäßig / bis zu zweimal jährlich im Rahmen der Kooperationsversorgung
↔
MUNDPFLEGE365 Tage im Jahr

Die zahnärztliche Versorgung kann die tägliche Mundpflege unterstützen – aber nicht ersetzen.

PRAXISFALL

Mein Vater kann seine Zähne nicht mehr selbst putzen.

Er lebt zu Hause und hat einen Pflegegrad.↓Wer erkennt, dass er Hilfe braucht?↓Wer übernimmt die tägliche Mundpflege?↓Gibt es einen Mundgesundheitsplan?↓Kann die Zahnarztpraxis ihn zu Hause betreuen?↓Was passiert, wenn eine Behandlung nur in der Praxis möglich ist?

Aus einer einfachen Tätigkeit – Zähneputzen – ist plötzlich eine Versorgungskette geworden.

ERFOLG → NEUE AUFGABE

Mehr eigene Zähne brauchen auch im hohen Alter Pflege.

Menschen behalten mehr eigene Zähne→mehr Zähne müssen im hohen Alter gepflegt werden→mehr Unterstützung kann bei Pflegebedürftigkeit nötig werden

Ein Erfolg jahrzehntelanger Prävention schafft damit eine neue Aufgabe.

DAZUGELERNT

Versorgung muss manchmal zum Menschen kommen.

Zahngesundheit hängt nicht nur davon ab, ob eine Leistung angeboten wird. Ein Mensch muss sie auch erreichen, nutzen und im Alltag umsetzen können.

Wenn das nicht mehr allein möglich ist, müssen andere Menschen und das Versorgungssystem Verantwortung mit übernehmen.

Leistung vorhanden ≠ Mensch erreicht

TEILBILANZ

Was haben wir gelernt?

Besondere Bedürfnisse werden anerkannt.
Pflegebedürftige und bestimmte Menschen mit Behinderungen erhalten zusätzliche Präventionsleistungen.

Versorgung kann zum Menschen kommen.
Aufsuchende Zahnmedizin ermöglicht Betreuung auch außerhalb einer Praxis.

Pflege gehört zur Zahngesundheit.
Tägliche Mundpflege kann nicht durch gelegentliche Zahnarztbesuche ersetzt werden.

Nicht alles kann vor Ort behandelt werden.
Dann muss der Weg zu einer geeigneten Behandlung organisiert werden.

Und:
Ein erfolgreiches Gesundheitssystem bekommt manchmal gerade durch seinen Erfolg neue Aufgaben.

MEIN WEG DURCH DIE ZAHNGESUNDHEIT

01Ich sorge vor
→
02Mein Zahn wird krank
→
03Mein Zahn fehlt
→
04Meine Zähne stehen nicht richtig
→
05Ich kann mich nicht mehr allein kümmern

Ein Leben lang verändert sich, was ich selbst tun kann – und was ich von anderen brauche.

Der Lebensbogen ist geschlossen. Jetzt können wir wieder auf das System schauen.

VertiefenWie der Sozialstaat dazugelernt hat · Wer entscheidet – wer bezahlt? · Erreicht mich die Versorgung?